Daniel Bozhkov – Sigmund Jähn Döner Kebab Stand, Sigmund Jähn Park

SPEKULATIONEN SERIE 2007-2008

Am 26. August 1978 flog Sigmund Jähn als Teilnehmer des Interkosmos-Programms an Bord der Sojus 31 zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Zu einer Zeit, in der beide deutsche Staaten ihre herausragenden Persönlichkeiten und deren Leistungen jeweils streng getrennt in ‹Ost›/‹West› bzw. ‹DDR›/‹BRD› kom- munizierten, galt der ostdeutsche Kosmonaut Sigmund Jähn schlicht als ‹der erste Deutsche im Weltraum›.
Um den dreißigsten Jahrestag dieses Ereignisses gebührend zu würdigen, wurde Daniel Bozhkov autorisiert, den Skulpturenpark Berlin_Zentrum in den <i>Sigmund Jähn Park zu verwandeln und dort für 7 Tage, 20 Stunden, 49 Minuten und 4 Sekunden, (d.h. exakt für die Dauer seines Flugs in das All), den <i>Sigmund Jähn Döner Kebab Stand zu betreiben.
Täglich zwischen 12 und 18 Uhr wird frisches Dönerfleisch vom Spieß serviert. Zum Sigmund Jähn Park</i> gehören neben der Döner-Bude eine lebensgroße Plastik von Sigmund Jähn sowie eine Reihe von handbemalten Plakatwänden, auf denen sich die internationalistischen und futuristischen Ambitionen des Interkosmos- Programm widerspiegeln. Von einer benachbarten Dachgeschosswohnung aus fixiert eine Überwachungskamera Imbissstand und Kosmonauten und versorgt in Erdhöhe einen schwarz-weiß Monitor mit Livebildern. Über ein Radio wird am Döner-Stand ein 23-minütiges Musikstück ausgestrahlt, komponiert von Yotam Haber in Zusammenarbeit mit Daniel Bozhkov. Darin begegnen sich der Klang des Planeten Jupiter aus Aufnahmen von der NASA Voyager, Ludwig van Beethovens Türkischer Marsch</i> und zeitgenössische türkische Rapmusik. Alltagsgeräusche wie Gehen, Essen, Spielen, Putzen kreuzen sich mit islamischen Gebeten und mit Reden von Erich Honecker, Kemal Atatürk und Helmut Schmidt, um sich schließlich in YouTube-Darbietungen von Mozarts Rondo Alla Turca</i>, Janitscharenmusik und deutscher Autowerbung aufzulösen.