Arc de Gorg

04.–05. Juni 2011 ARC DE GORG auf der Deutschen Woche in Barcelona

Auf dem Areal der geplanten Hafenerweiterung Badalonas, deren Realisierung im Rahmen der Immobilienkrise zu einem vorläufigen Stillstand gekommen ist, entsteht im September 2011 ein neues Wahrzeichen. Ein monumentaler Torbogen, welcher die Vergangenheit und die Zukunft des Ortes zusammenführt. Ein Hybrid aus abendländischem Triumphbogen und chinesischem Eingangstor, gebaut aus den Verpackungskartons ansässiger katalanischer und chinesischer Unternehmen.
Dieses neue Monument wird aus einer gigantischen Tombola entwickelt, an der alle alten und neuen Anwohner und Arbeiter von Gorg beteiligt sind. Geformt aus dem lokalen „Fortuna“ all dieser Teilnehmer entsteht ein globales Symbol für Gorgs spezifische Community, die Transformation des ortsansässigen Gewerbes und die temporäre Leere als Triumph neuer Möglichkeitsräume. Der Einsatz kostet einen Gegenstand, der Gewinn ist ein neuer Gegenstand. In der Kartonarchitektur verpackt und durchnummeriert werden diese Gegenstände während der öffentlichen Einweihung an die spielenden Bürger verlost. Aus einem Betonmischer rollende Glücksbälle entscheiden über die Verteilung der Gewinne. Mit jedem verlosten Karton löst sich die Architektur sukzessive auf, bis schließlich nur noch das tragende Gerüst des Tores zu erkennen ist.


Hintergrund und Ort
Vor dem Hintergrund der globalen Krise der Finanzmärkte kamen die Aktivitäten des Immobilienmarktes in weiten Teilen der Welt zu einem Stillstand. Spanien war von dieser Krise besonders betroffen und im ehemaligen Industriegebiet zwischen Barcelona und Badalona ist dies deutlich sichtbar: abgerissene Industriegebäude, riesige Brachflächen, halbfertige infrastrukturelle Erschließung mit Gehweg und Brücken, die über ein langgezogenes, trockenliegendes Hafenbecken führen, zeugen von einer ambitionierten Umgestaltungsplanung, die mit dem Kollaps der Märkte zu einem vorläufigen Ende kam. Die verbliebenen Industriehallen wurden in den letzten Jahren zunehmend von chinesischen Groß- und Zwischenhändlern gemietet und stellen nun die lebhafteste Nutzung in diesem Areal dar.


Prozess und Ausrichtung
Der Prozess beginnt mit dem Zusammentragen von Sachspenden für eine Tombola und dem Sammeln von gebrauchten Kartons. Diese werden durchnummeriert und mit der Spende in ein Gerüstskelett des Torbogens eingefügt. Das Gerüst steht auf einer Brachfläche im ruhenden Entwicklungsgebiet Badalonas. Mit dem ‚Eintreffen der Waren’ vervollständigt sich der Torbogen und eine mehrtägige Tombola kann beginnen.
Städtische Brachflächen werden häufig informell und temporär genutzt: Wanderzirkus, Kirmes und Flohmarkt können hier temporär ihren Geschäften nachgehen. Das Künstlerkollektiv KUNSTrePUBLIK möchte diese Art der Nutzung aufgreifen und bereits in der Entstehung der geplanten Torbogen-Architektur die Anwohner in den Prozess einbeziehen. KUNSTrePUBLIK möchte Kommunikation und Austausch zwischen den Beteiligten anregen und bedient sich hierfür einer weltweit beliebten Unterhaltungsform: dem Glücksspiel.
Alle teilnehmenden Bürger werden mit ihrem persönlichen Schicksal einer von unzähligen Paten des monumentalen Arc de Gorg und damit ein aktiver Teil der gemeinsamen Zukunft Badalonas.


Weitere Informationen: www.arc-de-g.org
Fertigstellung: Herbst 2011
Bauherren: KUNSTrePUBLIK

Das Projekt Arc de Gorg wurde eingeladen von IDENSiTAT und wird gefördert vom Goethe-Institut Barcelona