Westfälischer Kunstverein Münster – Wo, wenn nicht jetzt?

Symposium, Münster, 31. Oktober, 2009, 13.15 Uhr

Temporäre (Gast-) Spiele, Künstlerinitiativen, Off-Spaces. Vom salon des refusés im 19. Jahrhundert über die 1960 und 70er Jahre bis heute besteht ein verschieden motiviertes nichtinstitutionelles Engagement, für künstlerische Positionen Öffentlichkeiten zu erzeugen – und damit Raum zu schaffen.
Durch Selbstorganisation entstehen so Orte, Bühnen, Magazine, Ausstellungen und künstlerische Projekte, die häufig temporärer Natur sind und gleichzeitig enorme Energien voraussetzen. Die Lebensdauer dieser Initiativen hängt nicht selten von räumlich bedingten Faktoren und vorhandenen oder nicht vorhandenen finanziellen Ressourcen ab – andererseits spielt aber auch das sozialen Gefüge unterschiedlicher Gruppen eine wesentliche Rolle.  
Was bedeutet künstlerische Praxis, die auf eigener und pluraler Basis agiert? Wo liegen die Interessen/Motivationen, sich Raum und Öffentlichkeit selbst zu schaffen? Was interessiert Künstler und andere Kulturschaffende daran, nicht-kommerziell zu organisieren und zu vermitteln? In welchem Verhältnis stehen Initiativen, die sich die temporäre Zwischennutzung urbaner Brachen zu Nutze machen und als Kommunikationsplattform dienen zu kommerziellen Stadtmarketing-Gedanken im Sinne einer Gentrifizierung?
Vor diesem Hintergrund stellt Markus Lohmann (KUNSTrePUBLIK e.V.) Konzeptionen der Selbstorganisation am Beispiel des Ausstellungsprojektes SKULPTURENPARK BERLIN_ZENTRUM vor, und erörtert die Möglichkeit räumlicher und ökonomischer Aneignungsstrategien durch Simulation institutioneller Strukturen. Hierzu werden Beispiele zur Arbeit des Vereins und Beispiele künstlerischer Projekte aus drei Ausstellungsreihen gezeigt.

Eingeladen von
Katja Schröder und Christoph Platz

mit
Carla Orthen, Nürnberg
Sebastian Rathert, Hamburg
Dorothee Richter, Zürich
Markus Lohmann, KUNSTrePUBLIK e.V.

Ort
Westfälischer Kunstverein Münster